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Alzheimer Gesellschaft Gelsenkirchen/proDem e.V. |
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Diagnose: Demenz Welcher Arzt stellt die Diagnose? Der Erkrankte erkennt oft nicht selber, betroffen zu sein. Das heißt, das Eingestehen des Demenzkranken selbst, die so genannte Krankheitseinsicht, kann ein langwieriger Prozess sein oder fehlt vollkommen. Häufig gibt es deswegen bei Betroffenen und Angehörigen unterschiedliche Ansichten, ob ein Arztbesuch mit einer Untersuchung zur Diagnose überhaupt notwendig ist. In vielen Fällen stellt der Hausarzt, oft in Zusammenarbeit mit einem niedergelassenen Facharzt zum Beispiel für Neurologie, Psychiatrie, Geriatrie oder Gerontopsychiatrie die Diagnose und erkennt das Stadium der Demenz. Wenn die Diagnose durch den Haus- oder den Facharzt gestellt ist, kann ein Behandlungsplan aufgestellt werden. Diagnose: Demenz - Was nun? Die Diagnose steht. Nach vielen Untersuchungen und Gesprächen haben es Betroffene und Angehörige schwarz auf weiß: Sie oder ihre Verwandten sind an Demenz erkrankt. "Wie soll es jetzt weitergehen?" fragen sich die Erkrankten und besonders die Angehörigen. Erste allgemeine Antworten auf diese Fragen geben die nachfolgenden Kapitel
Selbstverständlich muss man jeden Menschen einzeln betrachten. Daher kann dieser Internetauftritt nur einen ersten groben Überblick geben.
Individuellen Rat und Unterstützung erhalten Betroffene und Verwandte
Demenz ist auch eine Angehörigen-Krankheit Viele Erkrankte bemühen sich anfangs ständig, die Krankheit zu vertuschen. Einige von ihnen können in einem späteren Stadium gut mit ihrer Demenz umgehen. Wirklich verzweifelt sind jedoch häufig die Nachbarn, die direkten Verwandten, die Partner oder die Kinder. Sie müssen miterleben, wie sich die Betroffenen verändern, sich verlaufen oder alltägliche Dinge verlernen. "Einige Erkrankte können sich selber nicht mehr richtig ankleiden, ziehen zuerst Hose und Hemd an und darüber die Unterwäsche", berichtet die Gutachterin Ingrid Wüllscheidt. Andere geistern nachts in der Wohnung herum und stören den Hausfrieden. Austausch und Angehörigen-Schulungen Gerade weil die Krankheitseinsicht der Betroffenen häufig gering oder kaum vorhanden ist, gestaltet sich der Alltag mit Dementen für die Lebenspartner, die ja zunächst Laien in Sachen Demenz sind, schwierig. Daher ist es wichtig, den Umgang und die Kommunikation mit Dementen in einer Angehörigen-Schulung zu lernen. Suchen Sie den Austausch mit anderen Angehörigen in einer Selbsthilfegruppe, um zu erfahren, wie diese mit ähnlichen Sorgen umgehen und welche Lösungen sie bereits gefunden haben. Behandlungsmöglichkeiten Die ärztliche Betreuung kann vom Hausarzt, vom Neurologen, Psychiater oder einem Geriater oder Gerontopsychiater übernommen werden. Demenz und die Alzheimer-Krankheit sind nicht heilbar - aber man kann die Entwicklung hinauszögern. Je früher die Erkrankung korrekt diagnostiziert und behandelt wird, desto besser kann der Verlauf beeinflusst werden. Neben einer individuellen Medikation haben sich, als nicht nur hilfreich, sondern auch den Verlauf positiv beeinflussend, insbesondere Ergotherapie und verschiedene andere Therapieformen wie Orientierungs- und Realitätstherapie etabliert. Sie werden vom Haus- oder Facharzt verordnet. Orte der Pflege Welche Möglichkeiten gibt es, die Wohnsituation positiv zu verändern? Viele Menschen mit Demenz können weiterhin zu Hause leben. Die häusliche Pflege kann durch kleine ambulante Hilfeleistungen bis hin zur gesamten Pflege durch Pflegedienste unterstützt werden. Einige Pflegedienste betreiben Tagespflegestätten, die die Betreuung, Beschäftigung und Pflege tagsüber sicherstellen. Aber auch Betreuungsangebote für einige Stunden, Kurzzeitpflege, Verhinderungspflege, haushaltsnahe Dienste, Nachbarschaftshilfe und die Schulung und Qualifikation der Angehörigen ergänzen und unterstützen die Familien zu Hause. Gerade für die Familien von Menschen mit Demenz, die zu Hause leben, bietet die Alzheimer Gesellschaft ein breites Hilfsangebot. Und wenn es zu Hause nicht mehr geht? Wenn das Leben zu Hause in der eigenen Wohnung, ob mit oder ohne Familie, nicht mehr funktioniert, muss man nach neuen Lösungen suchen. Inzwischen haben sich neben den altbekannten Pflegeheimen neue alternative Wohnformen für Senioren entwickelt. Es gibt barrierefreie Wohnungen und betreutes Wohnen. Bundesweit etabliert haben sich Wohngemeinschaften (WGs) für Menschen mit Demenz. Sie sind laut Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) das "Versorgungsmodell der Zukunft". Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz In den WGs leben die an Demenz Erkrankten selbstständig und selbstbestimmt wie in einer Familie. Im Gegensatz zur Heimunterbringung sind sie in einen normalen Tagesablauf eingebunden und mit sinnvollen Beschäftigungen wie Post holen, Kartoffeln schälen, kleine Reparaturen ausführen oder Tischtennis spielen betraut. Dabei fühlen sie sich laut einer Untersuchung kompetent und glücklich. Pflegeheim Auch die stationäre Unterbringung im Pflegeheim ist möglich. "Demenzerkrankungen scheinen die mit Abstand häufigste Ursache für eine Heimeinweisung zu sein", schreibt die Friedrich Ebert Stiftung. Mittlerweile liegt der Anteil der dementen Patienten in Pflegeheimen bei über 70 Prozent. Die Heime versorgen besonders Patienten in weit fortgeschrittenen Stadien, in der Endphase der Erkrankung. Viele Heime bieten auch familienähnliche Hausgemeinschaften an. |
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